Rote-Khmer-Tribunal

Junge Kambodschaner haben die Terrorherrschaft der Roten Khmer selbst nicht mehr erlebt. Doch die Traumata der Vergangenheit sitzen noch tief in der Gesellschaft und prägen auch die Heranwachsenden.

Sun Py war neun Jahre alt, als er 1976 während der Herrschaft der Roten Khmer von seinen Eltern und drei Geschwistern getrennt wurde. Er überlebte das Terrorregime, doch die Trennung von seiner Familie und die Ungewissheit über ihr Schicksal belasteten ihn schwer. 34 Jahre später fand er die Ver­lorenen mit Hilfe einer Fernsehsendung wieder. Vor laufender Kamera schloss er seine Mutter erstmals wieder in die Arme und brach in Tränen aus. weiterlesen...

EMMA | Frühling 2012 | link

Leang Kang schweigt nicht mehr

Sie ist eine von Tausenden, die von Pol Pots Roten Khmer gefoltert und vergewaltigt wurden. Dennoch werden die Täter wohl nie zur Rechenschaft gezogen werden.

Vergewaltigungen fanden unter den Roten Khmer nicht statt. So lautete 30 Jahre lang das Mantra. Sexuelle Gewalt galt, wie jeder außereheliche Kontakt, unter Pol Pots Terrorregime als moralisches Vergehen und wurde bestraft. Das war die gängige Meinung in Kambodscha. Aber Vergewaltigungen fanden doch statt - nicht nur als Einzeltaten, sondern hunderttausendfach, als Strategie im Bürgerkrieg. Und es gab schon immer Menschen, die davon wussten: Täter, Überlebende, Zeugen. Sie schwiegen aus Angst oder Scham; die Folgen waren Missachtung der Opfer und Straflosigkeit der Verantwortlichen. weiterlesen...

Erst ein Täter wurde bisher wegen des Völkermords in Kambodscha verurteilt. Dem UN-Tribunal fehlt Geld, und ihm läuft ihm die Zeit davon.

Die Verbrechen von Kaing Guek Eav gehörten "zu den schlimmsten in der Geschichte der Menschheit". So steht es in der Urteilsbegründung im Prozess gegen die Roten Khmer. Der unter dem Namen "Duch" bekannte Leiter des berüchtigten Foltergefängnisses S-21 in Phnom Penh war im Juli 2010 im ersten Verfahren wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und schwerwiegenden Verstößen gegen die Genfer Konventionen zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Er trägt Verantwortung für den Tod von mehr als 12.000 Menschen. weiterlesen...

afp/Südkurier | 20.11.2007

Die Schergen kommen vor Gericht

In Kambodscha wurde der ehemalige Staatschef des Roten-Khmer-Regimes verhaftet

In Kambodscha ist der ehemalige Staatschef der Roten Khmer, Khieu Samphan, in einem Krankenhaus festgenommen und zum Völkermordtribunal bei Phnom Penh gebracht worden. Er wurde wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt. Heute erscheint dort zum ersten Mal ein Verantwortlicher des Regimes, das von 1975-1979 dauerte, vor Gericht. weiterlesen...

Claudia Fenz im STANDARD-Interview: Streit um die Prozessordnung hält das Tribunal gegen die Roten Khmer auf

STANDARD: Das Tribunal zur Aufarbeitung der Verbrechen der Roten Khmer scheint nicht recht anzulaufen. Wie uneinig sind kambodschanische und internationale Justizexperten?

Fenz: Das kambodschanische Recht, das primär zur Anwendung kommt, entspricht nicht in allen Teilen internationalen Standards und weist Lücken auf. Daher brauchen wir interne Regeln für den Prozess, eine „Strafprozessordnung“, die das gesamte Verfahren regelt. Die Klärung muss schnell erfolgen, sonst kommen wir in große Probleme, da das Mandat des Gerichtes auf drei Jahre beschränkt ist. weiterlesen...

Neue Zürcher Zeitung | 22.07.2006 | link | pdf

Früherer Militärchef der Roten Khmer gestorben

Wichtige Figur für das Tribunal

Der ehemalige Militärchef der Roten Khmer Ta Mok ist am Freitag in Phnom Penh gestorben. Damit reduziert sich die Anzahl der noch lebenden Mitglieder des ehemals engsten Kreises um Pol Pot auf vier Personen. Ta Mok, der auch als «der Schlächter» bekannt war, galt als wahrscheinlicher Angeklagter im Tribunal zur Ahndung der Verbrechen der Roten Khmer, das Anfang des Monats offiziell begonnen hat, sowie als einer der wichtigsten Zeugen. weiterlesen...

NZZ online | 21.07.2006 | link | pdf

Richter für das Rote-Khmer-Tribunal vereidigt

Zeremonie auf dem Gelände des Königspalastes in Phnom Penh

In Phnom Penh sind am Montag die Richter und die Ankläger für das Tribunal zur Aufarbeitung der Verbrechen der Roten Khmer vereidigt worden. Fast 30 Jahre nach dem Ende der Schreckensherrschaft Pol Pots wurde damit der Startschuss für das lange erwartete Verfahren gegeben. Die ersten Verhandlungen werden aber nicht vor 2007 erwartet.

Am Montag sind in Phnom Penh die Richter und Ankläger für das Rote-Khmer-Tribunal vereidigt worden. Die Zeremonie auf dem Gelände des Königspalastes wurde von Kong Sam Ol, Minister des Königspalastes, sowie dem Untergeneralsekretär für Rechtsangelegenheiten und Rechtsberater der Vereinten Nationen, dem Schweizer Nicolas Michel, geleitet. Vorerst wurden 17 kambodschanische sowie 10 von den Vereinten Nationen gestellte ausländische Juristen vereidigt. 2 weitere ausländische Richter werden nach Angaben des  Pressesprechers des Tribunals, Reach Sambath, im Laufe des Jahres in Kambodscha erwartet, da sie ihre Arbeit erst zu einem späteren Zeitpunkt aufnehmen werden. weiterlesen...

Neue Zürcher Zeitung | 15.04.2005 | link | pdf

Ein schwarzer Tag für Kambodscha

Vor dreissig Jahren ergriffen die Roten Khmer die Macht

Am 17. April 1975 haben die Roten Khmer die Macht in Kambodscha übernommen. Damit begann für die Bevölkerung ein fast vier Jahre währender Albtraum, den zwei Millionen Menschen mit dem Leben bezahlten. Das Bedürfnis nach Gerechtigkeit und nach juristischer Aufarbeitung der Geschichte ist heute gross. Die Bevölkerung hofft, dass diejenigen Täter, die noch am Leben sind, bald vor ein Tribunal gestellt werden.

«Erst war es nur ein Gerücht. Die Roten Khmer sind in der Stadt. Sie vertreiben alle Menschen aus ihren Häusern. Wer umkehrt, den erschiessen sie.» Sor My hat Pol Pots Soldaten, die am 17.April 1975 in die kambodschanische Hauptstadt einmarschierten, nicht gesehen. Der damals 34-jährige Arzt wohnte mit seiner Familie am Stadtrand. «Sie haben im Zentrum angefangen und dann immer mehr Bezirke unter ihre Kontrolle gebracht», erzählt er. Zwei Tage später kam eine Gruppe von Roten Khmer in seine Strasse. Da habe er angefangen zu packen. weiterlesen...

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Katja Dombrowski 300

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