Kambodscha
Neue Zürcher Zeitung | 22.07.2006 | link | pdf

Stadtentwicklung auf dem Rücken der Armen in Phnom Penh

Mittellose Bewohner werden skrupellos aus boomenden Gebieten vertrieben

Phnom Penh entwickelt sich rasant. Überall an den Rändern der Stadt sind Neubaugebiete ausgewiesen, und die besten Grundstücke im Zentrum verkauft die Stadtverwaltung an Privatinvestoren. Um das Land dazu freizubekommen, werden die Bewohner skrupellos vertrieben. weiterlesen...

Neue Zürcher Zeitung | 22.07.2006 | link | pdf

Früherer Militärchef der Roten Khmer gestorben

Wichtige Figur für das Tribunal

Der ehemalige Militärchef der Roten Khmer Ta Mok ist am Freitag in Phnom Penh gestorben. Damit reduziert sich die Anzahl der noch lebenden Mitglieder des ehemals engsten Kreises um Pol Pot auf vier Personen. Ta Mok, der auch als «der Schlächter» bekannt war, galt als wahrscheinlicher Angeklagter im Tribunal zur Ahndung der Verbrechen der Roten Khmer, das Anfang des Monats offiziell begonnen hat, sowie als einer der wichtigsten Zeugen. weiterlesen...

NZZ online | 21.07.2006 | link | pdf

Richter für das Rote-Khmer-Tribunal vereidigt

Zeremonie auf dem Gelände des Königspalastes in Phnom Penh

In Phnom Penh sind am Montag die Richter und die Ankläger für das Tribunal zur Aufarbeitung der Verbrechen der Roten Khmer vereidigt worden. Fast 30 Jahre nach dem Ende der Schreckensherrschaft Pol Pots wurde damit der Startschuss für das lange erwartete Verfahren gegeben. Die ersten Verhandlungen werden aber nicht vor 2007 erwartet.

Am Montag sind in Phnom Penh die Richter und Ankläger für das Rote-Khmer-Tribunal vereidigt worden. Die Zeremonie auf dem Gelände des Königspalastes wurde von Kong Sam Ol, Minister des Königspalastes, sowie dem Untergeneralsekretär für Rechtsangelegenheiten und Rechtsberater der Vereinten Nationen, dem Schweizer Nicolas Michel, geleitet. Vorerst wurden 17 kambodschanische sowie 10 von den Vereinten Nationen gestellte ausländische Juristen vereidigt. 2 weitere ausländische Richter werden nach Angaben des  Pressesprechers des Tribunals, Reach Sambath, im Laufe des Jahres in Kambodscha erwartet, da sie ihre Arbeit erst zu einem späteren Zeitpunkt aufnehmen werden. weiterlesen...

Journalist | 6/2006 | link | pdf

Schwach und schweigsam

Zwar ist die freie Meinungsäußerung in Kambodscha als Verfassungsrecht verankert. Doch wer davon Gebrauch macht, muss mit Repressalien rechnen. Denn die Regierung des Landes regiert auf Kritik an ihre Politik äußerst empfindlich. Die meisten Journalisten bleiben daher stumm.

Mam Sonando zeigt sich kurz nach seiner Entlassung aus 98-tägiger Untersuchungshaft kämpferisch. „Ich werde meine Arbeit fortsetzen. Ich werde weiterhin wahre Informationen an die Menschen übermitteln – auch wenn ich dafür wieder ins Gefängnis muss.“ Die Erfahrung habe ihn darin bestärkt, sich weiter für Meinungsfreiheit und Menschenrechte in Kambodscha einzusetzen, erklärt der 64-jährige Radiomacher. weiterlesen...

tageszeitung | 25.03.2006 | link | pdf

Im tiefsten Dschungel

Die wenigen Hotels im unzugänglichen Nordosten Kambodschas gehören nicht den Dorfbewohnern. Doch wer ihre Gräber sehen, ihre Kinder fotografieren will, darf gerne einen Dollar beisteuern.

Ratanakiri ist dunkelgrün, mit rotem Staub bepudert. Wie ein Tannenwald, den feiner Neuschnee überzieht. Nur dass der Wald in Ratanakiri tropisch ist und der Staub rostrot und statt aus dem Himmel von der Erde stammt. Laterit. Die Provinz im nordöstlichsten Zipfel Kambodschas ist die Heimat der ethnischen Minderheiten. Neun kleine Bergvölker mit eigener Kultur und Sprache besiedeln die höchst unwegsame Provinz bis tief in den Urwald, außerdem viele Laoten und Vietnamesen. weiterlesen...

Neue Zürcher Zeitung | 29.10.2005 | link | pdf

Kambodschas Medien unter Druck

Hun Sen schränkt Meinungsfreiheit zunehmend ein

Der kambodschanische Regierungschef Hun Sen geht in jüngster Zeit harsch gegen Kritiker vor und schränkt die Meinungsfreiheit zunehmend ein. Er scheint damit auf wachsende Kritik an seinem autoritären Regierungsstil und an einem äusserst umstrittenen Grenzvertrag zwischen Kambodscha und Vietnam zu reagieren.

Die kambodschanische Regierung geht in jüngster Zeit harsch gegen Kritiker vor und schränkt die Meinungsfreiheit zunehmend ein. Im Oktober sind ein Radiojournalist und ein Gewerkschaftsführer verhaftet worden; fünf weitere Personen, gegen die Haftbefehle erlassen wurden, sind ins Ausland geflüchtet. Führende Köpfe lokaler Nichtregierungsorganisationen, Menschenrechtsgruppen und Gewerkschaften, aber auch Oppositionspolitiker und Mitglieder der Königsfamilie halten sich nach verbalen Angriffen und Drohungen von Ministerpräsident  Hun Sen ebenfalls ausserhalb Kambodschas auf. Der frühere König Norodom Sihanouk kündigte an, in Peking im Exil zu bleiben, wo er sich seit August zu ärztlichen Behandlungen befindet. weiterlesen...

Neue Zürcher Zeitung | 15.04.2005 | link | pdf

Ein schwarzer Tag für Kambodscha

Vor dreissig Jahren ergriffen die Roten Khmer die Macht

Am 17. April 1975 haben die Roten Khmer die Macht in Kambodscha übernommen. Damit begann für die Bevölkerung ein fast vier Jahre währender Albtraum, den zwei Millionen Menschen mit dem Leben bezahlten. Das Bedürfnis nach Gerechtigkeit und nach juristischer Aufarbeitung der Geschichte ist heute gross. Die Bevölkerung hofft, dass diejenigen Täter, die noch am Leben sind, bald vor ein Tribunal gestellt werden.

«Erst war es nur ein Gerücht. Die Roten Khmer sind in der Stadt. Sie vertreiben alle Menschen aus ihren Häusern. Wer umkehrt, den erschiessen sie.» Sor My hat Pol Pots Soldaten, die am 17.April 1975 in die kambodschanische Hauptstadt einmarschierten, nicht gesehen. Der damals 34-jährige Arzt wohnte mit seiner Familie am Stadtrand. «Sie haben im Zentrum angefangen und dann immer mehr Bezirke unter ihre Kontrolle gebracht», erzählt er. Zwei Tage später kam eine Gruppe von Roten Khmer in seine Strasse. Da habe er angefangen zu packen. weiterlesen...

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