Kambodscha

Junge Kambodschaner haben die Terrorherrschaft der Roten Khmer selbst nicht mehr erlebt. Doch die Traumata der Vergangenheit sitzen noch tief in der Gesellschaft und prägen auch die Heranwachsenden.

Sun Py war neun Jahre alt, als er 1976 während der Herrschaft der Roten Khmer von seinen Eltern und drei Geschwistern getrennt wurde. Er überlebte das Terrorregime, doch die Trennung von seiner Familie und die Ungewissheit über ihr Schicksal belasteten ihn schwer. 34 Jahre später fand er die Ver­lorenen mit Hilfe einer Fernsehsendung wieder. Vor laufender Kamera schloss er seine Mutter erstmals wieder in die Arme und brach in Tränen aus. weiterlesen...

neue energie | 1/13 | link | pdf

Megawatt gegen Megawels

Am Mekong-Unterlauf sollen zwölf Wasserkraftwerke gebaut werden - mit fatalen Folgen für Fischerei und Landwirtschaft.

Wenn Millionen Menschen auf den Straßen Phnom Penhs feiern, dann ist Bon Om Tuk. Das Wasserfest mit Bootsrennen, Konzerten und Feuerwerk bei Vollmond im November ist das größte gesellschaftliche Ereignis des Jahres. Die Kambodschaner feiern dann ein weltweit einzigartiges Phänomen: Der Tonle-Sap-Fluss, der bei Phnom Penh in den Mekong mündet, ändert seine Fließrichtung. Während der Regenzeit führt der Mekong so viel Wasser, dass er den Tonle Sap landeinwärts drückt. Der gleichnamige See schwillt dadurch auf das Zehnfache an. Bei Bon Om Tuk befiehlt der König Kambodschas dem Wasser, wieder Richtung Meer abzufließen. weiterlesen...

EMMA | Frühling 2012 | link

Leang Kang schweigt nicht mehr

Sie ist eine von Tausenden, die von Pol Pots Roten Khmer gefoltert und vergewaltigt wurden. Dennoch werden die Täter wohl nie zur Rechenschaft gezogen werden.

Vergewaltigungen fanden unter den Roten Khmer nicht statt. So lautete 30 Jahre lang das Mantra. Sexuelle Gewalt galt, wie jeder außereheliche Kontakt, unter Pol Pots Terrorregime als moralisches Vergehen und wurde bestraft. Das war die gängige Meinung in Kambodscha. Aber Vergewaltigungen fanden doch statt - nicht nur als Einzeltaten, sondern hunderttausendfach, als Strategie im Bürgerkrieg. Und es gab schon immer Menschen, die davon wussten: Täter, Überlebende, Zeugen. Sie schwiegen aus Angst oder Scham; die Folgen waren Missachtung der Opfer und Straflosigkeit der Verantwortlichen. weiterlesen...

Erst ein Täter wurde bisher wegen des Völkermords in Kambodscha verurteilt. Dem UN-Tribunal fehlt Geld, und ihm läuft ihm die Zeit davon.

Die Verbrechen von Kaing Guek Eav gehörten "zu den schlimmsten in der Geschichte der Menschheit". So steht es in der Urteilsbegründung im Prozess gegen die Roten Khmer. Der unter dem Namen "Duch" bekannte Leiter des berüchtigten Foltergefängnisses S-21 in Phnom Penh war im Juli 2010 im ersten Verfahren wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und schwerwiegenden Verstößen gegen die Genfer Konventionen zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Er trägt Verantwortung für den Tod von mehr als 12.000 Menschen. weiterlesen...

Thaizeit | September/Oktober/November 2011 | link | pdf

Social Business bildet Internet-Programmierer in Kambodscha aus

Schweizer wollen sich selbst überflüssig machen.

„Die Firma ist mein zweites Zuhause“, sagt Phalla Lay. Doch damit meint er nicht, dass er permanent arbeitet. Er meint es positiv. Der 24-jährige Programmierer und Entwickler kommt am Wochenende ins Büro, um seine Kollegen zu treffen, die gleichzeitig seine Freunde sind. Sie spielen Billard oder Karten zusammen, surfen im Internet und tauschen sich über die neuesten Technologien aus. weiterlesen...

afp/Südkurier | 20.11.2007

Die Schergen kommen vor Gericht

In Kambodscha wurde der ehemalige Staatschef des Roten-Khmer-Regimes verhaftet

In Kambodscha ist der ehemalige Staatschef der Roten Khmer, Khieu Samphan, in einem Krankenhaus festgenommen und zum Völkermordtribunal bei Phnom Penh gebracht worden. Er wurde wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt. Heute erscheint dort zum ersten Mal ein Verantwortlicher des Regimes, das von 1975-1979 dauerte, vor Gericht. weiterlesen...

Kambodscha befindet sich mitten in der Aufarbeitung seiner düstersten Epoche, der Terror-Herrschaft der Roten Khmer. Das Volk will nach vorne sehen können und aus Phnom Penh wieder die „Perle Südostasiens“ machen.

Phnom Penh zählt zu den finsteren Hauptstädten der Welt. Das ist wörtlich zu nehmen und wird unmittelbar sinnfällig, wenn man mit dem Flugzeug aus den Lichterteppichen der nahen Metropolen Bangkok, Kuala Lumpur oder Saigon aufgestiegen ist und in die Nacht von Phnom Penh einfliegt. Die Nacht dort ist schwarz wie Pech. Erst unmittelbar bevor das Flugzeug aufsetzt, tauchen aus dem Dunkel die Laternen am Russen-Boulevard auf, der breiten Chaussee, die vom Flughafen ins Stadtzentrum führt, und dann sieht man die Lichter des Pochentong Airports. Viel mehr Licht hat Phnom Penh nicht zu bieten. Und dennoch gibt es dunklere Städte. Monrovia zum Beispiel, die Hauptstadt Liberias in Westafrika, hatte bis vor kurzem überhaupt keinen Strom, und in Port-au-Prince auf Haiti werden die privilegierten Bewohner allenfalls für fünf, sechs Stunden täglich mit Elektrizität versorgt. weiterlesen...

11 Freunde | Februar 2007 | link

Eine kambodschanische Lösung

In den letzten Monaten drohte der ohnehin nicht gerade erfolgreiche Fußball des südostasiatischen Königreiches Kambodscha komplett im Chaos zu versinken. Die Nationalelf wurde von einem halbseidenen Politiker abgesetzt, dem Verband drohte der Ausschluss aus der FIFA. Jetzt ist angeblich wieder alles im Lot. Angeblich.

Im kambodschanischen Fußball liegt die Wahrheit nicht auf, sondern neben dem Platz. Und diese Wahrheit ist sehr, sehr bitter: Die Nationalmannschaft wurde davongejagt, die nationale Meisterschaft mitten in der Saison abgebrochen, die Cambodian Football Federation (CFF) vom Asiatischen Fußballverband rausgeschmissen, und das größte Unheil, nämlich der Ausschluss aus der Fifa, nur haarscharf abgewendet. Immerhin: Nach einem tumultreichen Jahr wird nun auch wieder Fußball gespielt. Womit allerdings noch längst nicht alles in Ordnung ist. weiterlesen...

Claudia Fenz im STANDARD-Interview: Streit um die Prozessordnung hält das Tribunal gegen die Roten Khmer auf

STANDARD: Das Tribunal zur Aufarbeitung der Verbrechen der Roten Khmer scheint nicht recht anzulaufen. Wie uneinig sind kambodschanische und internationale Justizexperten?

Fenz: Das kambodschanische Recht, das primär zur Anwendung kommt, entspricht nicht in allen Teilen internationalen Standards und weist Lücken auf. Daher brauchen wir interne Regeln für den Prozess, eine „Strafprozessordnung“, die das gesamte Verfahren regelt. Die Klärung muss schnell erfolgen, sonst kommen wir in große Probleme, da das Mandat des Gerichtes auf drei Jahre beschränkt ist. weiterlesen...

tageszeitung | 28.08.2006 | link | pdf

Kambodschas Bauern entdecken den Bioreis

Im Land der Reisbauern werden Pestizide und chemische Dünger aus Kostengründen nicht eingesetzt. Deutsche Entwicklungsprojekte helfen, den Reis als Bioprodukt zu etablieren. Damit steigen die Erlöse der Bauern.

Kambodscha ist ein Land von Reisbauern. Die meisten sind arm, chemische Dünger und Pestizide können sie sich nicht leisten. Vor allem in Zentralkambodscha ist daher fast der gesamte Reisanbau "bio". Deutsche Entwicklungshelfer sahen darin eine Chance: Neben begleitender Beratung für die Einhaltung des Biostandards fehlte nur noch das Zertifikat, um einen neuen Markt zu erschließen. weiterlesen...

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Katja Dombrowski 300

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