Katja Dombrowski
Zeitungskiosk in der kambodschanischen Hauptstadt
Neue Zürcher Zeitung | 29.10.2005 | link | pdf

Kambodschas Medien unter Druck

Hun Sen schränkt Meinungsfreiheit zunehmend ein

Der kambodschanische Regierungschef Hun Sen geht in jüngster Zeit harsch gegen Kritiker vor und schränkt die Meinungsfreiheit zunehmend ein. Er scheint damit auf wachsende Kritik an seinem autoritären Regierungsstil und an einem äusserst umstrittenen Grenzvertrag zwischen Kambodscha und Vietnam zu reagieren.

Die kambodschanische Regierung geht in jüngster Zeit harsch gegen Kritiker vor und schränkt die Meinungsfreiheit zunehmend ein. Im Oktober sind ein Radiojournalist und ein Gewerkschaftsführer verhaftet worden; fünf weitere Personen, gegen die Haftbefehle erlassen wurden, sind ins Ausland geflüchtet. Führende Köpfe lokaler Nichtregierungsorganisationen, Menschenrechtsgruppen und Gewerkschaften, aber auch Oppositionspolitiker und Mitglieder der Königsfamilie halten sich nach verbalen Angriffen und Drohungen von Ministerpräsident  Hun Sen ebenfalls ausserhalb Kambodschas auf. Der frühere König Norodom Sihanouk kündigte an, in Peking im Exil zu bleiben, wo er sich seit August zu ärztlichen Behandlungen befindet. weiterlesen...

Gedenkstätte Killing Fields in der Nähe von Phnom Penh.
Neue Zürcher Zeitung | 15.04.2005 | link | pdf

Ein schwarzer Tag für Kambodscha

Vor dreissig Jahren ergriffen die Roten Khmer die Macht

Am 17. April 1975 haben die Roten Khmer die Macht in Kambodscha übernommen. Damit begann für die Bevölkerung ein fast vier Jahre währender Albtraum, den zwei Millionen Menschen mit dem Leben bezahlten. Das Bedürfnis nach Gerechtigkeit und nach juristischer Aufarbeitung der Geschichte ist heute gross. Die Bevölkerung hofft, dass diejenigen Täter, die noch am Leben sind, bald vor ein Tribunal gestellt werden.

«Erst war es nur ein Gerücht. Die Roten Khmer sind in der Stadt. Sie vertreiben alle Menschen aus ihren Häusern. Wer umkehrt, den erschiessen sie.» Sor My hat Pol Pots Soldaten, die am 17.April 1975 in die kambodschanische Hauptstadt einmarschierten, nicht gesehen. Der damals 34-jährige Arzt wohnte mit seiner Familie am Stadtrand. «Sie haben im Zentrum angefangen und dann immer mehr Bezirke unter ihre Kontrolle gebracht», erzählt er. Zwei Tage später kam eine Gruppe von Roten Khmer in seine Strasse. Da habe er angefangen zu packen. weiterlesen...