Katja Dombrowski
Aung San Suu Kyi beim Weltwirtschaftsforum Ostasien in Bangkok.
Der Freitag | 06.06.2012 | link

Die Welt liegt ihr zu Füßen

Aung San Suu Kyi kann nach 24 Jahren endlich wieder reisen. Nächste Woche kommt sie nun nach Europa

Sie hat Burma 24 Jahre lang nicht verlassen. Nicht, als sie vor zwei Jahrzehnten den Friedensnobelpreis zugesprochen bekam. Und auch nicht, als ihr Ehemann in England an Krebs starb. Zu groß war die Angst, nicht mehr hereingelassen zu werden in ihr abgeschirmtes, von einer Militärdiktatur geknechtetes Land, das ihr den Wahlsieg verwehrt und sie 15 Jahre lang unter Hausarrest gestellt hat. Sie hat ausgeharrt, gewartet, gehofft.

Jetzt ist ihre Zeit gekommen. Mit 66 Jahren ist Aung San Suu Kyi wieder in der Welt unterwegs. Sie muss sie nicht erobern, denn sie liegt ihr bereits zu Füßen. Burmas Oppositionsführerin gilt als Ikone der Demokratie, Heldin des Widerstands, Hoffnungsträgerin der Unterdrückten. Millionen Menschen weltweit waren im Geiste an ihrer Seite in den langen Jahren der Isolation. weiterlesen...

Der Freitag | 26.04.2012 | link

Kein einziges Wort gegen den König

Die Regierung droht den Bürgern bei Majestätsbeleidigung mit bis zu 15 Jahren Haft. In keinem anderen Land ist man so unerbittlich.

Zwei Thailänderinnen haben es auf die diesjährige Liste der „150 Frauen, die die Welt bewegen“, geschafft: Yingluck Shinawatra und Chiranuch Premchaiporn. Yin­glucks Platz als Regierungschefin ist reine Formsache. Dagegen wird mit Chiranuch eine – wie es im US-Magazin News­week heißt – „furchtlose Frau“ geehrt, die ihre persönliche Freiheit für die Presse- und Meinungsfreiheit aller Thailänder opfert. Chiranuch erwartet als Herausgeberin der Internetzeitung Prachatai ein Urteil, das sie für 20 Jahre ins Gefängnis bringen kann. Am 30. April soll es von einer Strafkammer in Bangkok verkündet werden. weiterlesen...

Leang Kang beim Frauen-Hearing
EMMA | Frühling 2012 | link

Leang Kang schweigt nicht mehr

Sie ist eine von Tausenden, die von Pol Pots Roten Khmer gefoltert und vergewaltigt wurden. Dennoch werden die Täter wohl nie zur Rechenschaft gezogen werden.

Vergewaltigungen fanden unter den Roten Khmer nicht statt. So lautete 30 Jahre lang das Mantra. Sexuelle Gewalt galt, wie jeder außereheliche Kontakt, unter Pol Pots Terrorregime als moralisches Vergehen und wurde bestraft. Das war die gängige Meinung in Kambodscha. Aber Vergewaltigungen fanden doch statt - nicht nur als Einzeltaten, sondern hunderttausendfach, als Strategie im Bürgerkrieg. Und es gab schon immer Menschen, die davon wussten: Täter, Überlebende, Zeugen. Sie schwiegen aus Angst oder Scham; die Folgen waren Missachtung der Opfer und Straflosigkeit der Verantwortlichen. weiterlesen...

Thaizeit | Februar/März 2012 | pdf

Kältetod bei 16 Grad

Diese Kolumne handelt vom Wetter. Halt! Nicht gleich gähnen und umblättern! Das Wetter ist ein wahnsinnig spannendes Thema, das stets brandaktuell ist und ausnahmslos jeden betrifft. Der beste Beweis dafür ist die Tatsache, dass die Leute ständig darüber reden. Und zwar nicht nur in Deutschland, wo es ständig etwas zu meckern gibt - was nicht nur für das Wetter gilt, aber dafür besonders -, sondern auch in Thailand mit seinem sonnigen TUI-Prospekt-Ruf. weiterlesen...

Der Prozess gegen die Roten Khmer stagniert
ZEIT online | 03.02.2012 | link

Der Prozess gegen die Roten Khmer stagniert

Erst ein Täter wurde bisher wegen des Völkermords in Kambodscha verurteilt. Dem UN-Tribunal fehlt Geld, und ihm läuft ihm die Zeit davon.

Die Verbrechen von Kaing Guek Eav gehörten "zu den schlimmsten in der Geschichte der Menschheit". So steht es in der Urteilsbegründung im Prozess gegen die Roten Khmer. Der unter dem Namen "Duch" bekannte Leiter des berüchtigten Foltergefängnisses S-21 in Phnom Penh war im Juli 2010 im ersten Verfahren wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und schwerwiegenden Verstößen gegen die Genfer Konventionen zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Er trägt Verantwortung für den Tod von mehr als 12.000 Menschen. weiterlesen...

Yingluck Shinawatra in der US-Botschaft in Bangkok
EMMA | Winter 2012 | link

Yingluck Shinawatra

Die Schwester

Ist die erste Ministerpräsidentin von Thailand nur eine Marionette? Und wenn ja, kann sie trotzdem ein Rolemodel für Frauen sein?

Das Königreich Thailand hat die erste Regierungschefin seiner Geschichte. Doch die Feministinnen des Landes sind überhaupt nicht begeistert. In Sachen Frauenrechte erwarten sie von Yingluck Shinawatra rein gar nichts. „Sie müsste Gleichberechtigung auf ihrer Agenda haben, damit sich etwas ändert“, klagt Sutada Mekrungruengkul, Koordinatorin des Frauen-NGO-Netzwerkes Women Networks Reshaping Thailand (WREST). Die führende Frauenrechtlerin befürchtet: „Wenn sie die großen Probleme und Konflikte in diesem Land nicht lösen kann, werden die Leute sagen: Da seht ihr es, eine Frau kann es nicht“, erklärt Sutada. Und dann stünden Thailands Frauen noch schlechter da als vorher. weiterlesen...