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Wohnen ist leben – das zeigt sich schon daran, dass es dafür in vielen Sprachen ein gemeinsames Wort gibt. Wo und wie jemand wohnt, hat Auswirkungen auf das ganze Lebens, von Bildung und Arbeit über Gesundheit bis hin zu sozialer Teilhabe.

Vor allem in Städten ist Wohnraum knapp. Das Bevölkerungswachstum und der ungebremste Zuzug in die Metropolen treiben den Bedarf nach oben – damit hält die Stadtentwicklung nicht Schritt. Wer vom Land in die Stadt zieht, wer kein gutes Einkommen hat oder aufgrund von Alter, Krankheit oder Behinderung benachteiligt ist, muss oft mit miserablen Wohnverhältnissen zurechtkommen. In manchen Städten in Entwicklungsländern lebt die Mehrheit der Menschen in Slums. Weltweit sind es Schätzungen zufolge rund eine Milliarde.

In Slums ist alles eng. Strom, Wasser- und Sanitärversorgung sind schlecht – wenn es sie denn überhaupt gibt. Straßen und Wege sind meist unbefestigt, und Hütten halten Sturm und Regen nicht stand. Krankheiten sind verbreitet und in vielen Slums auch Kriminalität. Trotzdem betrachtet ein Großteil der Bewohner den Slum als ihr Zuhause, aus dem sie nicht weg wollen. Das soziale Netzwerk schützt sie, und die Lage mitten in der Stadt ist günstig.

Ziel sollte es daher nicht sein, schlechte, informelle Wohngebiete plattzumachen und die Menschen zu vertreiben, sondern dort, wo es möglich ist, die Wohnverhältnisse zu verbessern. Slumsanierung steht denn auch auf der Agenda der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs). Bis 2030 sollen demnach alle Menschen angemessenen, sicheren und bezahlbaren Wohnraum erhalten.

Das wird nicht leicht. Nötig ist dafür kompetente Stadtplanung, die klare Vorgaben macht und Wildwuchs verhindert. Mancherorts fehlt sie komplett. Für eine gute Planung und Umsetzung ist häufig zunächst Capacity-Building in den verantwortlichen Institutionen nötig. Auch bei der Finanzierung, etwa von Infrastrukturmaßnahmen, benötigen viele Metropolen im globalen Süden Unterstützung.

Ein gutes Instrument gegen Wohnungsnot und prekäre Wohnverhältnisse kann öffentlicher Wohnungsbau sein. Wichtig ist dabei, die Bedürfnisse der potenziellen Bewohner zu berücksichtigen. Ein gutes Beispiel bietet laut UN Habitat Singapur. Zu den Erfolgsfaktoren dort gehörten die starke und frühzeitige Einbindung der Menschen und die Schaffung eines Umfelds, das nicht nur Wohnen, sondern auch Arbeit, Bildung und Freizeit ermöglicht. Breite und aktive Partizipation ist auch bei der Verbesserung bestehender Siedlungen wesentlich.

Wohnen hat nicht nur viele soziale Dimensionen, sondern ist auch ein großer Umweltfaktor. Rund 40 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes stammen aus Gebäuden, und ihr Energieverbrauch steigt stetig an. Das liegt besonders am zunehmenden Kühlbedarf in warmen Ländern und ist gewissermaßen die Kehrseite verbesserter Wohnverhältnisse: Wer eine kleine Slumhütte ohne Strom gegen eine größere Wohnung mit Kühlschrank und Klimaanlage tauscht, erhöht seinen Wohlstand und gleichzeitig seinen Ressourcenverbrauch. Beides hängt eng zusammen.

Deshalb ist es wichtig, sowohl bei Neubauten als auch bei Verbesserungen im Bestand nachhaltige, möglichst lokale Baustoffe zu verwenden, auf Effizienz zu achten und erneuerbare Energien einzusetzen. Klimaneutrale und zugleich komfortable Wohnungen sind möglich – und nötig.

 

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